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Pressemitteilung: Bremer Bildungspolitik in Schockstarre verfallen!

In diesen Tagen verschickt die Bildungsbehörde die Briefe für die Schulanmeldung an die Eltern mit Kindern im Einschulungsalter für das Schuljahr 2017/18. Für die meisten Eltern und Kinder ist dieses Schreiben verbunden mit Vorfreude, beginnt doch mit der Schulzeit ein neuer Lebensabschnitt.

Diese Vorfreude wird sich für viele Eltern und Kinder im kommenden Jahr in eine herbe Enttäuschung verwandeln. Es ist keineswegs sicher, dass die Kinder auch an der im Anmeldeschreiben angegebenen Grundschule aufgenommen werden können. Nach den aktuellen Schülerzahlprognosen für das kommende Schuljahr wird es nicht nur eng an den Grundschulen, es fehlen real Schulplätze für die Einschulungskinder! Eltern, die in Bezirken mit besonders hohem Schüleraufkommen wohnen, ahnen nicht, dass ihr Kind möglicherweise keinen Schulplatz an seiner Anmeldeschule bekommen wird und einen längeren Schulweg zu einer anderen Grundschule in Kauf nehmen muss. Darauf wird im Elternbrief nicht hingewiesen.

Besonders schlimm wird dies für Eltern, die sich darauf verlassen, dass die Anmeldeschule eine Ganztagsschule ist und sich daher nicht parallel um einen der inzwischen seltenen Hortplätze kümmern.

Die Politik hat die Augen vor dem herannahenden Chaos der Schulplatzvergabe verschlossen. Hinweise zur Veränderung des Anwahlverfahrens, Berücksichtigung von Betreuungsbedarf, eine Veränderung der Einzugsgebiete für die ohnehin schon vollen Grundschulen und eine vorausschauende Ausbauplanung der Schulen wurden ignoriert.

Seit wenigstens zwei Jahren ist der Anstieg der Schülerzahlen bekannt. Bereits für das laufende Schuljahr sind im Grundschulbereich acht neue Klassenverbände zusätzlich eingerichtet worden. Für das kommende Schuljahr wird sich diese Zahl verdreifachen. Für den Bremer Westen muss gar eine neue Grundschule eingerichtet werden, so dass schon wieder Gröpelinger Kinder in Containern unterrichtet werden sollen.

„Die Schülerzahlprognosen haben den Senat offenbar in eine Schockstarre verfallen lassen.“, konstatiert Andrea Spude, Vorstandssprecherin des Zentralelternbeirat Bremen, „Anders lässt sich nicht erklären, dass bis heute keine mit Haushaltsmitteln unterlegte Planung der Aufnahmekapazitäten für die Schulen vorliegt. Eltern und Kinder werden diese Untätigkeit nun ausbaden müssen!“

Nicht nur die Eltern der angehenden Pennäler, auch die Schulen wissen nicht, was im kommenden Schuljahr auf sie zukommt. Hinzu kommt, dass für die notwendigen zusätzlichen Klassenverbände auch das Personal gefunden werden muss. Je später die Entscheidung getroffen wird, desto schwieriger wird gerade in Zeiten von Lehrkräftemangel die Deckung des Bedarfes sein.

Der Zentralelternbeirat Bremen sieht die schulische Grundversorgung ernsthaft gefährdet.

Es bleibt nur festzustellen: Die Bremer Bildungspolitik leidet an akutem Kreislaufversagen! Wir hoffen, dass in der Bürgerschaft genug Defibrillatoren vorhanden sind, diese wiederzubeleben. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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