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Pressemitteilung: Eine Katastrophe mit Ansage nicht nur im Kindertagesbetreuungsbereich

Pressemitteilung: Eine Katastrophe mit Ansage nicht nur im Kindertagesbetreuungsbereich

Der ZentralElternBeirat Bremen unterstützt ausdrücklich den offenen Brief der ZentralElternVertretung der Kindertageseinrichtungen in Bremen vom 8. August 2016.

Die fehlenden Kindertagesbetreuungsplätze in der Stadtgemeinde Bremen sind eine Katastrophe mit Ansage. Egal ob nun 600, 800 oder 1.000 Plätze fehlen. Die jetzt bestätigten Zahlen sind so hoch, dass keiner zu glauben vermag, dass dieser Fehlbedarf über Nacht entstanden ist. Klar scheint vielmehr, dass bereits unter der ehedem zuständigen Senatorin Stahmann das Platzangebot so verdichtet wurde, dass es keinerlei Puffer mehr gibt. Sich jetzt hinter dem Zustrom von Zuwanderern oder Flüchtlingen zu verstecken ist schlicht ein Armutszeugnis, schiebt die Schuld wieder mal auf die Schwächsten unserer Gesellschaft und ist schlicht nicht gerechtfertigt. Vielmehr hat die Politik hier solange eine demographische Rendite vereinnahmt, bis auch dem Letzten klar wurde, dass es diese schon lange nicht mehr gab.

Der Mangel an Betreuungsplätzen setzt sich nahtlos im Grundschulbereich fort. Auch hier ist der Bedarf an Betreuungsplätzen höher als das Angebot.

Der Zentralelternbeirat Bremen mahnt seit Jahren nicht nur einen quantitativen sondern auch qualitativen Ganztagsausbau an.

Stattdessen werden heute über das zentrale Kriterium Sozialindikator ohne Vorbereitung mangelhaft ausgestattete offene Ganztagsschulen mit beschränktem Platzangebot geschaffen und im Gegenzug zum Teil jahrzehntelang top ausgestattete und hochwertige Hortangebote sofort beendet. Wen wundert es da, dass Schulen mit hohem Sozialindikator und sehr gutem Hortangebot sich weigern, zur Ganztagsschule umgewandelt zu werden.

Der Zentralelternbeirat unterstützt diese Weigerung ausdrücklich, so lange nicht sichergestellt ist, dass mindestens auf gleichem quantitativem und qualitativem Niveau das bisherige Hortangebot fortgesetzt bzw. ersetzt werden kann.

Der Zentralelternbeirat fordert eine sofortige Abkehr vom gegenwärtigen Konzept Hortschließung und dann Schaffung von reinen Ganztagsbetreuungsplätzen auf der Grundlage von Sozialindikatoren. Solche reinen Betreuungsangebote im Nachmittagsbereich taugen allenfalls für Schulen mit niedrigem Sozialindikator. Selbst hier zeigt sich, dass in der Bildungsbörde und dem von ihr übernommenen Bereich Kinder offensichtlich planerisches Chaos regiert. Mit über zwei Jahren Vorlauf war es beispielsweise an der Grundschule Carl-Schurz-Straße nicht möglich, eine einzige Hortgruppe von 20 Kindern mit einem angemessenen Raum auszustatten. Als dann am ersten Ferientag (23.06.2016) doch noch ein solcher Raum am benachbarten Kippenberg-Gymnasium gefunden wurde, kümmerte sich offensichtlich keiner um dessen Abnahme, weder Immobilien Bremen, noch die senatorische Behörde fühlten sich zuständig, so dass die Hortgruppe am ersten Schultag (04.08.2016) mit vier Stunden Vorlauf an der Grundschule Carl-Schurz-Straße eingerichtet werden musste, wo dieser Raum nun für schulische Zwecke fehlt.

Dieses Beispiel zeigt, wie desolat die Planung der Nachmittagsbetreuung im Grundschulbereich aussieht. Der Zentralelternbeirat begrüßt insofern ausdrücklich, wenn Herr Bürgermeister Carsten Sieling das Thema Kinderbetreuung nunmehr zur Chefsache erklärt. Der Zentralelternbeirat hofft allerdings, dass es sich nicht, wie in der Vergangenheit so häufig, nur um ein bloßes Lippenbekenntnis oder das berühmte ?Schippchen? handelt. Nur wenn sich endlich die Erkenntnis in der Politik durchsetzt, dass bei Lungenentzündung kein Pflaster hilft, haben wir eine Chance wirklich etwas für unsere Kinder zu ändern.

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